Tannenberg und die daraus resultierenden Folgen...

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Es begann alles mit dem Wunsch unseres Sohnes Sven in die Ordensgemeinschaft des Deutschen Ordens aufgenommen zu werden.

Das war um 1407 - Ulrich von Jungingen hatte soeben das Amt des Hochmeisters übernommen und auf Geheiß des Papstes Gregor XII mehrere kleine Kreuzzüge gegen die Litauer, diese erbärmlichen gottlosen Heiden, angeordnet.

Diese zu bekehren und sie in den Schoß Gottes zurück zu führen wäre eines jeden guten Christen höchste Pflicht.

Auch Sven fühlte sich berufen und nahm als sogenannter Heidenfahrer an mehreren dieser Scharmützel teil.

Im Sommer 1409 schließlich wurden wir offiziell auf die Marienburg geladen, um an den Feierlichkeiten zur Aufnahme unseres Sohnes in den Orden teilzunehmen.

Mit einem großen Tross von Soldaten, Handwerkern, Mägten und sonstigen Bediensteten verließen wir froh gelaunt Schloß Löwenberg.

Auch der Graf Nikolaus von Wittgensteyn schloss sich wenig später mitsamt Gefolge unserem Tross an.

 

Ulrich von Jungingen - Hochmeister des Ordens

Der Herbst kam und wir erreichten die Marienburg - nichtsahnend, dass ein Krieg mit Polen und Litauen schon längst durch die Übergabe eines sogenannten Fehdebriefes von Jungingen an den polnischen König angestrebt wurde.

Wir feierten also die Ordensweihe und freuten uns mit unserem Sohn über diese hohe Ehrung, die ihm und uns zuteil wurde.

Selbstverständlich erfuhren nun auch wir um die politische Lage zwischen den verfeindeten Parteien, hielten aber Aufgrund moralischer Verpflichtung zum Hochmeister und dem Orden.

In Folge dessen eroberten wir in kürzester Zeit das Dobriner Land, Kojawien und belagerten Bromberg.

Angestachelt von diesen Erfolgen waren wir uneingeschränkt davon überzeugt das richtige zu tun.

Wir überwinterten daher auf der Marienburg.

Die Rüstungsanstrengungen liefen dort schon seit langem auf Hochtouren.

Ein Dispens des Hochmeisters erlaubte den dort Beschäftigten sogar die Umgehung des Fastengebotes, um die Arbeitsleistung nicht zu mindern.

Eine Reihe Fester Häuser an der litauischen Grenze wurde weiter befestigt und zum Teil mit einer neuartigen Artillerie, den so genannten Steinbüchsen, bestückt.

Wir hatten Zeit, denn durch Vermittlung des böhmischen Königs Wenzel IV befanden wir uns in einem befristeten Waffenstillstand.

Nach dessen Ablauf verharrten wir noch einige Zeit auf der Burg, da niemand wusste wo das gegnerisch Heer sich aufhielt.

Eindeutig wurde die Lage erst Anfang Juli mit dem Eingang der Entsagungsbriefe ehemals verbündeter Fürsten, abgefasst im Heerlager Wladyslaw II. Jagiellos in Biezun.

Am 2. Juli 1410 verließ Ulrich von Jungingen in voller Rüstung an der Spitze des Rennbanners, einer Eliteeinheit der Ordensritterschaft, die Marienburg mit den angeblichen Worten.

          „Ich begrüße dich, hehre Feste, als Sieger, oder nimmermehr!“

 

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Wir zogen schon früher hinaus Richtung Schwetz, wo sich das Ordensheer versammelte, Siegesgewiss des Schutzes Gottes anheim.

Nicht wissend dass unsere Überheblichkeit schon bald in blankes Entsetzen umschlagen würde.

Am 2.Juli erreichten wir Kauernick, wo ein großes Heerlager errichtet wurde.

In diesem Lager stieß auch Daniel von Brömsberg wieder zu uns. Als Teil des Rennbanners ritt er die meiste Zeit an der Seite unseres gesegneten Anführers Ulrich von Jungingen. Doch wir sollten nicht lange vereint bleiben.
 

 

Schon jetzt wurden wir des öfteren durch kleinere Abteilungen polnischer Reiterei  attakiert.

Doch erreichte uns auch Kunde aus unseren befestigten Häusern. Wie sich zeigte war die Hauptstreitmacht unseres Gottlosen Feindes zu Feige um unsere Stellungen anzugreifen.

Doch auch dies sollte sich bald ändern.

 

Am Abend des 13 Juli wurde uns von dem Fall unserer Festung Gilgenburg und der grausamen Verwüstung selbiger berichtet. Der Hochmeister entschloss sich daraufhin auszurücken und die hinterhältigen Verräter Gottes zu bestrafen.

 

Aufgrund dieser Geschehnisse entschloss sich Graf Wilfried die Familien in eine sicherere Umgebung zu schicken. So wurde die Burg Löbau am 14.Juli zur Zuflucht unserer Familien währenddessen Graf Wilfried, Graf Nikolaus und Sven mit unserer Abteilung Soldaten und dem Ordensheer weiter Richtung Tannenberg zogen.

 

 

--------- to be continued ---------

 

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